ADHS im Erwachsenenalter
Zwischen Temperamentsmermkal und Störungsbild
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Wie ich arbeite
Ein zentrales Fundament meiner Arbeit ist eine authentische psychologische Beziehung. Erst danach kommen Methoden, Modelle und konkrete Strategien.
Im Gespräch geben Sie den Ton an: Tempo, Tiefe und Richtung.
Ich dränge Sie in keine Richtung und arbeite nicht mit einer versteckten Agenda. Ich biete den sicheren Rahmen – Sie entscheiden, wohin es geht. Sie definieren die Ziele, ich biete Ihnen das psychologische Werkzeug und einen authentischen Resonanzboden an.
Ihre Symptomatik ist real – und der Leidensdruck, den Sie erlebt haben, wird genau so von mir übernommen, wie Sie ihn beschreiben.
Viele Betroffene erhalten ihre Diagnose erst nach diversen Odysseen und haben bis dahin schmerzhafte Erfahrungen mit Invalidierung ihres Seins, unzutreffenden Erwartungen des sozialen Umfelds oder Bagatellisierung ihrer Beschwerden gemacht. In der Zusammenarbeit mit mir müssen Sie sich dahingehend natürlich nicht sorgen.
Diagnoseschlüssel geben mir gewisse Hinweise auf eine Problemrichtung, allerdings nicht erheblich mehr.
Ich möchte lieber von Ihnen hören: Was genau belastet Sie, in welchen Situationen tritt es auf, welche Bedeutung hat es in Ihrem Leben? Mir ist wichtig, nicht bloß Symptome zu betrachten, sondern Ihr Erleben valide nachzuvollziehen.
Ich bin ein echter Fan von wissenschaftlich fundierter Diagnostik – stumpfe „Schubladensystematik“ schätze ich so überhaupt nicht.
Der potentielle Nutzen diagnostischer Instrumente reicht weit über die Stellung kategorialer Diagnosen hinaus. Viele Klienten schätzen die Möglichkeit, eigene psychologische Merkmale, Erfahrungen und Schwierigkeiten systematisch zu betrachten, sobald ein direkter Bezug zu ihren persönlichen Anliegen hergestellt wird. Ich erläutere Ihnen gern, wie sich solche Verfahren in unsere psychoedukative Zusammenarbeit integrieren lassen und welche Erkenntnisse daraus für Ihren Alltag gewonnen werden können.
ADHS im Erwachsenenalter
ADHS geht mit Schwierigkeiten in der Selbststeuerung einher. Diese betreffen insbesondere die Regulation von Aufmerksamkeit, Impulsen und Aktivität, häufig aber auch die Steuerung von Motivation und emotionalen Reaktionen. Wie deutlich diese Schwierigkeiten im Alltag hervortreten, hängt unter anderem von den jeweiligen Anforderungen, dem persönlichen Interesse und der aktuellen Belastung ab. Sie können sich etwa darin zeigen, Aufgaben zu strukturieren, Vorhaben konsequent zu verfolgen oder spontane Reaktionen zurückzuhalten. Auch innere Unruhe und eine erhöhte Ablenkbarkeit können das Erleben prägen.
Klinisch wird ADHS als Störung der neuronalen Entwicklung eingeordnet. Ergänzend lässt sich eine dimensionale Perspektive einnehmen: Viele der damit verbundenen Merkmale kommen in unterschiedlicher Ausprägung auch in der Allgemeinbevölkerung vor. Bei ADHS sind sie jedoch so ausgeprägt, dass sie die alltägliche Lebensführung erheblich beeinträchtigen. Für unsere Zusammenarbeit bedeutet dies, sowohl die bestehenden Schwierigkeiten als auch Ihre individuellen Eigenschaften, Fähigkeiten und Lebensbedingungen in den Blick zu nehmen.
Was Sie in der Zusammenarbeit mit mir erwartet
„Selbstmanagement im Einklang mit den eigenen Bedürfnissen und Möglichkeiten“
Sie müssen sich keine Sorgen machen, wenn Ihre Schilderungen oder Ihr Verhalten an manchen Stellen widersprüchlich erscheinen. Gerade bei ADHS lässt sich vieles erst im jeweiligen Zusammenhang verstehen: Aufmerksamkeit, Antrieb und emotionales Erleben können je nach Situation, Interesse und Belastung erheblich variieren. So kann ein Vorhaben, das Ihnen an einem Tag klar und umsetzbar erscheint, am nächsten mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden sein. Solche Schwankungen lassen sich nicht pauschal auf mangelnde Verlässlichkeit oder Einsatzbereitschaft zurückführen.
Auch wenn Sie im Gespräch den Faden verlieren oder Zeit benötigen, um Ihre Gedanken zu ordnen, ist dafür Raum. Sie müssen Ihre Erfahrungen weder lückenlos noch widerspruchsfrei darstellen können. Gemeinsam nehmen wir uns Zeit, Ihre Anliegen zu verstehen und herauszuarbeiten, welche Bedingungen Ihnen helfen, Ihre Ziele selbstbestimmt zu verfolgen.
Dabei geht es auch darum, belastende Erwartungen an sich selbst zu hinterfragen und Schwierigkeiten besprechen zu können, ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen. Ziel unserer Zusammenarbeit ist ein Umgang mit den eigenen Möglichkeiten und Grenzen, der Sie im Alltag unterstützt und langfristig zu Ihnen passt.
Mein Vorgehen
Ein wesentlicher Bestandteil unserer Zusammenarbeit ist die Psychoedukation. Welche weiteren Schritte sinnvoll sind, besprechen und entscheiden wir gemeinsam.
Psychoedukation
Ergänzend zur klinischen Betrachtung von ADHS beziehen wir individuelle Persönlichkeitsmerkmale, sogenannte Traits, und verschiedene Bereiche der Selbststeuerung ein. Gemeinsam erarbeiten wir, wie diese Merkmale und Funktionsweisen Ihr Erleben und Handeln prägen und welche Bedeutung sie für Ihre Beziehungen, Ihren Beruf und Ihre persönliche Lebensgestaltung haben.
Diagnostische Ergänzung
Auf Wunsch ergänzen wir das Bild durch standardisierte Instrumente zur fundierten Trait-Analyse, etwa zu Frustrationstoleranz oder Hochsensibilitäts- und Empathiefacetten. Die Ergebnisse können wir gemeinsam mit Ihren eigenen Erfahrungen abgleichen.
Individuelles KVT-Konzept
Die Erkenntnisse betten wir in ein Konzept auf Basis der kognitiven Verhaltenstherapie ein: eine Neubewertung typischer innerer Regeln, Wege zu verbesserter Selbststeuerung und alltagstaugliche Strategien, die zu Ihrer Persönlichkeit passen und sich stabil in Ihre Lebensrealität integrieren lassen.
Hinweis: Ich biete aktuell ADHS-Screenings an. Eine Leitliniendiagnostik gehört momentan nicht zu meinem Angebot.
Beliebte Fragen zu ADHS
Was ist ADHS-Betroffenen im psychologischen Gespräch wichtig?
Meiner Erfahrung nach insbesondere eine authentische Begegnung auf Augenhöhe unter komplettem Verzicht auf „therapeutischen Paternalismus“. Viele Betroffene erhalten ihre Diagnose erst nach diversen Odysseen und haben bis dahin schmerzhafte Erfahrungen mit institutioneller oder medizinischer Invalidierung ihres Seins, falschen Erwartungen des sozialen Umfelds oder Bagatellisierung ihrer Beschwerden gemacht (leider manchmal auch ausgehend von der Ärzte- und Psychologenschaft). In der Zusammenarbeit mit mir müssen Sie sich dahingehend nicht sorgen. Ihre Symptomatik ist real, und der Leidensdruck, den Sie erlebt haben, wird genau so von mir übernommen, wie Sie ihn beschreiben.
Sind Ihnen „Diagnosen“ wichtig?
Für die Betrachtung Ihrer Persönlichkeit und Ihrer Situation ist es mir wichtig, mir ein lebendiges, zutreffendes Bild von Ihnen machen zu können. Diagnoseschlüssel können mir dabei gewisse Hinweise auf eine Problemrichtung geben, aber nicht sehr viel mehr. Ich möchte lieber von Ihnen hören: Was genau belastet Sie, in welchen Situationen tritt es auf, welche Bedeutung hat es in Ihrem Leben? Was davon passt in das Raster Ihrer Diagnose und was weniger?
Ein zentrales Fundament meiner Arbeit ist in erster Linie eine authentische psychologische Beziehung. Ich arbeite mit hoher emotionaler und verständnisbezogener Empathie: Mir ist wichtig, nicht bloß Symptome zu betrachten, sondern Ihr Erleben wirklich nachzuvollziehen. Danach dürfen konkrete Methoden folgen.
Können Sie Ihr Vorgehen genauer beschreiben?
Einen wichtigen Stützpfeiler in der Zusammenarbeit mit mir stellt die Psychoedukation dar. ADHS lässt sich neben der klinischen Betrachtung auch auf bestimmten Persönlichkeitsdimensionen (sogenannte „Traits“) und Funktionsfacetten lokalisieren. Dabei können wir gemeinsam klären, wie für Sie relevante Traits in Ihrem Leben wirken, zum Beispiel in Beziehungen oder im Beruf.
Die so erarbeiteten Erkenntnisse können anschließend in ein individuelles Konzept auf Basis der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) eingebettet werden. So können wir eine Neubewertung typischer innerer Regeln entwickeln. Gleichzeitig können wir für Sie sinnvolle Wege zu verbesserter Selbststeuerung erarbeiten. Auf diese Weise können wir dann alltagstaugliche Strategien entwerfen, bei denen Sie das Gefühl gewonnen haben, dass sie zu Ihrer Persönlichkeit passen und welche Sie stabil in Ihre ganz eigene Lebensrealität integrieren können.
Dazu muss jedoch gesagt werden, dass sich dies in der theoretischen Beschreibung hier erheblich „staubiger“ liest, als es sich im tatsächlichen Gespräch letztlich anfühlt.
Setzen Sie wissenschaftlich fundierte Diagnostik ein?
Ja, gerne, wenn der Klient dies auch mag. Viele Klienten begrüßen systematische Aufarbeitungen, solange diese in jedem Schritt gemeinsam geschehen. Wenn der Klient daran ebenfalls Interesse hat, arbeite ich hier zum Beispiel gerne mit einer Ergänzung durch standardisierte Instrumente zur fundierten Trait-Analyse (z. B. zu Frustrationstoleranz oder Hochsensibilitäts- und Empathiefacetten), damit wir gemeinsam das psychologische Erscheinungsbild differenziert nach Persönlichkeit, Gewohnheiten und aktuellen Belastungen einordnen können. Mir ist dabei wichtig, dass wir dann im Angesicht der Ergebnisse gemeinsam überlegen, inwieweit sich die gewonnenen Erkenntnisse mit Ihren Erfahrungen decken und welche Schlüsse Sie daraus für sich ziehen können.
Der subjektive Erkenntnisgewinn auf Klientenseite ist bei einer solchen systematischen Betrachtung der eigenen Persönlichkeit und Lebenssituation meist signifikant. Allein durch die hierdurch gewonnenen (und meist auch tatsächlich neuen) Erkenntnisse über sich selbst fassen Klienten oftmals bereits Triebkräfte, um die Dinge perspektivisch neu anzugehen.
Sie ahnen es vielleicht schon: Ich bin ein echter Fan von wissenschaftlich fundierter Diagnostik, während ich stumpfe „Schubladensystematik“ (anstelle präziser, empirisch fundierter psychodiagnostischer Ergänzung) so überhaupt nicht schätze.
Bieten Sie auch ADHS-Leitliniendiagnostik an?
Ich biete aktuell lediglich ADHS-Screenings an. Eine Leitliniendiagnostik gehört momentan nicht zu meinem Angebot.
Fachlicher Hintergrund im Bereich ADHS
Ich habe ein wissenschaftliches und berufspraktisches Spezialgebiet und ein besonderes Interesse für den Bereich ADHS. Mein fachlicher Hintergrund reicht bis ins Jahr 2012 zurück.
2012
Gründung des Instituts Helperior in Köln
Selbstorganisationstherapie für Kinder und Jugendliche mit ADHS ab Klassenstufe 5.
2013
Gründung von ADHSpedia
Wissenschaftliche Enzyklopädie mit Schwerpunkt ADHS.
2015
Gründung von ADHS-Ausweis.de
Medizinischer Betäubungsmittelausweis für ADHS-Patienten.
seit 2025
Pharmakologisches Forschungsinteresse
L-Theanin sowie die bei ADHS zur Pharmakotherapie eingesetzten Psychostimulanzien.